Buchtipp: Rechtliche Tipps zu Facebook vom Rechtsanwalt

Der O´Reilly Verlag hat ein Buch mit rechtlichen Tipps zu Facebook von einem Rechtsanwalt geschrieben, herausgebracht. Jan Christian Seevogel arbeitet bei einer Rechtsanwaltskanzlei in München, bloggt unter www.seevogel.de und begleitet Unternehmen aus allen Branchen bei der Erstellung von Social Media Strategien im rechtlichen Umfeld.

Facebook ist kein rechtsfreier Raum

Über Facebook werden laut Rechtsanwalt täglich eine Vielzahl von Rechten verletzt, wie z.B.

  • das Recht am eigenen Bild (Urheberrecht)
  • das Wettbewerbsrecht
  • Gewerbliche Schutzrechte (Markenrecht)
  • Persönlichkeitsrechte (Schutz der Person, Identität, Ehre,…)

Überblick zu Rechtsgebieten

Das Buch gibt eine schöne Übersicht zu vielen Rechtsgütern, die auf Facebook und generell im Internet schnell verletzt werden.

Tipps zum Urheberrecht auf Facebook

Facebook Nutzungsbedingungen und Richtlinien

Bei Erstellung eines Facebook Kontos akzeptiert man (liest kaum jemand) auch die herrschenden Nutzungsbedingungen und Vorschriften. Darin erklärt man sich mit den Rechten und Pflichten als Nutzer von Facebook einverstanden. Siehe Nutzungsbedingungen für Facebook-Seiten

Facebook Gewinnspiel Regelungen

Wenn Unternehmen Gewinnspiele durchführen möchten, sollten sie neben den herrschenden rechtlichen Vorgaben im jeweiligen Land auch die Facebook Richtlininen für Promotions einhalten. Diese Hinweise werden im Buch auch ausführlich erklärt.

Was passiert beim Verstoß gegen Gesetze?

Im Falle eines Verschoßes gegen Gesetze droht:

  • eine Abmahnung
  • eine einstweilige Verfügung
  • eine Klage

Viele Rechtsverstoße bleiben jedoch zumeist unentdeckt, die Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzung und gegen Wettbewerbsverstössen steigen stetig an, meint der Rechtsanwalt. Verstösst man gegen die Nutzungsbedingungen kann es zu einer Facebook Kontosperrung führen. Ist der Profileigentümer auch Seitenadministrator, dann verliert man auch dort den „Kapitän“ vom Schiff (Unternehmensseite).

Facebook Seite brauchen ein Impressum

Einige Facebook Seiten Besitzer wissen nicht, dass man auch einer geschäftlich betreibenen Online-Präsenz (ähnlich wie eine Website) ein Impressum laut Gesetz angeben muss. Dazu gibt es auch den Seiten auch ein eigenes Feld, je nach Rechtsform, zum Ausfüllen. Der Besucher muss innerhalb von 2 Klicks zu den benötigten Informationen gelangen können.

Fazit zum Buch

Besonders interessant fand ich die Erklärungen rund um das Persönlichkeitsrecht vom Rechtsanwalt Seevogel. Menschenwürde, freie Entfaltung der Persönlichkeit bei Abbildungen einer Person (Foto) sowie bei Aussagen über 1 Person oder Unternehmen (Unternehmenspersönlichkeitsrecht) werden dabei geschützt. Wobei hier zwischen Tatsachen und Meinungsäußerungen unterschieden wird. Die „Schmähkritik“ bildet dabei die Grenze.  Interessant waren uch die Bereich im Buch, wo man keine Einwilligung bei der Veröffentlichung von Fotos benötigt. Sehr oft werde ich danach von Unternehmen gefragt. Der Begriff der „Panoramafreiheit“ war mir neu. Gerne empfehle ich das Buch Unternehmen weiter, die hier sehr oft in rechtliche Hindernisse geraten, wo sie schnell haftbar werden für entstehenden Schaden. Deshalb empfehle ich immer die Erstellung von Social Media Guidelines sowie Social Media Leitfäden. Gut finde ich die Facebook Checkliste mit gesetzlichen Vorschriften, die es einzuhalten gilt.  Interessante Beispiel gibt es im Buch auch zu Social Crowdsourcing, wo es um die Auslagerung von Unternehmensaufgaben auf die Faceboook „Freizeitmitarbeiter“ und den rechtlichen Haftungsfragen geht. Der Bud-Spencer-Tunnel ist ein schönes Beispiel dazu.

Buch beim Verlag

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Leseprobe beim O´Reilly Verlag | bei Amazon  

Links zum Recht in Social Media

Wann haften Seitenbetreiber für die Beiträge ihrer Fans? vom Rechtsanwalt Schwenke

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