Niemetz Schwedenbomben überlebt Insolvenz mithilfe von Facebook Nutzern

Zahlreiche Facebook Nutzer haben mit Solidaritäsbekundungen auf Facebook Seiten und Gruppen den insolventen Wiener Niemetz Schwedenbombenhersteller gerettet. Unterstützung Niemetz kommt von der Facebook Seite „Rettet die Niemetz Schwedenbomben“ wo sich die Konsumenten zum Kauf der leckeren Schaumbomben aufforderten und sich organisierten.

Fans organisierten Kaufaufrufe zu Schwedenbomben

niemetz facebook seite

Facebook Seite „Rettet die Niemetz Schwedenbomben

Viele der Unterstützer kündigten an, die Geschäfte zu “stürmen”. Selbst aus den USA kamen Unterstützungserklärungen von Exil-Österreichern. Ein Facebook Fan meinte: “Wäre Niemetz eine Bank, würde die Schwedenbombe vom Staat gerettet werden.”

Aufruf zum Kauf von Schwedenbomben

Diese Woche riefen zahlreiche Facebook Nutzer zum Kauf der süssen Schwedenbomben auf.

rettung

Niemetz Schwedenbomben überlebt Insolvenz mithilfe von Facebook Nutzern

Facebook Gruppe ruft zur Solidarität auf

Auch Facebook Gruppe “Rettet die Niemetz Schwedenbomben” hat die Initiative zur Rettung der Firma Niemetz aufgegriffen.

gruppe auf Facebook

Facebook Gruppe Rettet die Niemetz Schwedenbomben

Eine der grössten Gruppen zählt mittlerweile 41.591 Mitglieder. Hier ein paar Meldungen aus der Gruppe, wo die Verfügbarkeit der süssen Köstlichkeiten den anderen mitgeteilt wurde. Supermärkte waren mit der explosionsartigen Nachfrage überfordert.

Hamsterkäufe unter Freunden

Hamsterkäufe wurden auf Facebook innerhalb kürzester Zeit unter Freunden organisiert.

schwedenbomben

schwedenbombenausverkauf

niemetz shop

Schwedenbomben sind eine schöne Kindheitserinnerung. Komisch, dass ich sie schon länger nicht mehr gekauft habe“, meint eine Frau. „Vielleicht müsste man was an der Verpackung ändern, im Supermarkt fallen sie einfach nicht auf.“ Quelle

manja

„Blöd halt, dass die Leute erst jetzt draufkommen, dass es Niemetz gibt.“ Er sei ein treuer Kunde. Jetzt gibt er sich mit einem Manja-Riegel zufrieden. Die Stimmung in der Belegschaft sei super, alle stünden voll hinter dem insolventen Unternehmen. Die Arbeiter wären auch bereit, Überstunden zu machen, um mehr zu produzieren. Dass den meisten der Jänner-Lohn noch nicht vollständig ausgezahlt wurde, scheint nicht so sehr ins Gewicht zu fallen. Quelle: Presse.com

retter

Als die Schwedenbomben eine Rarität wurden, ging man zum Kauf von anderen Niemetz Produkten über.

Facebook Freunde retten Niemetz

Auch Facebook Profilseiten riefen ihre Freunde zum solidarischen Kauf der Süssigkeiten auf:

niemetz Aufruf

Niemetz Schwedenbomben überlebt Insolvenz mithilfe von Facebook Nutzern

Dem insolventen Süßwarenhersteller soll so zu mehr Umsatz verholfen werden. Dutzende Supermärkte meldeten Montagmittag jedenfalls, dass die Schwedenbombenvorräte bereits ausverkauft sind.

Niemetz Produktion geht weiter

Der Wiener Schwedenbomben-Hersteller Niemetz kann trotz schwerer monetärer Turbulenzen vorerst weiterproduzieren. Der Grund dafür ist eine nun in die Wege geleitete Factoring-Finanzierung, die dem Unternehmen schnelle Liquidität verschafft, sagte Werner Albeseder, Geschäftsführer des Kommunikations- und Finanzierungsberaters Prime Corporate Finance, der Niemetz betreut. In wenigen Tagen würden die Regale im Handel wieder mit den süßen Bomben befüllt sein, kündigte er an. Quelle: Schwedenbomben-Produktion geht weiter – derStandard am 6.2.2013

Masseverwalter bedankt sich für die Solitaritätsbekundungen

Im Namen der Firma bedankte sich auch der Masseverwalter der insolventen Schwedenbombenfirma, Stephan Riel, für “zahlreiche Solidaritätsbekundungen, vor allem bei den Mitgliedern der Facebook-Gruppe “Rettet die Niemetz Schwedenbomben”. “Die beste Unterstützung für die Firma Niemetz liegt im Verzehr ihrer Produkte“, so Riel. In einer schriftlichen Stellungnahme ließ er ausrichten, dass das Unternehmen unter seiner Aufsicht fortgeführt wird und die Produktion vorerst sichergestellt ist. Man sei bemüht, die stark angestiegene Nachfrage “raschest” zu befriedigen.

Erhöhte Nachfrage und Hamsterkäufe haben geholfen

Aufgrund der Insolvenz fehlten auch die Rohmaterialien um die gestiegene Nachfrage zu befriedigen. Lieferanten weigerten sich an die insolvente Wiener Süßwarenfabrik Niemetz zu liefern. Es konnte jedoch mit den Zuliefer-Betrieben eine Einigung über die Finanzierung erzielt werden. Die leeren Supermarkt-Regale sollen laut Masseverwalter und Finanzierungsexperten ab nächster Woche wieder aufgefüllt werden können.

Fazit

Schön ist bei dieser Geschichte wie Menschen sich aufgrund ihrer emotionalen Beziehung zur Marke für das Überleben des Herstellers einsetzen. Enorm gestiegen nicht nur die Nachfrage in den Supermarktketten sondern auch der Ansturm im Verkaufsshop des Herstellers direkt auf dem Betriebsgelände in Wien-Landstraße. Man verzeichnete in den vergangenen Tagen einen 8-10-fache Nachfrage und somit Umsatz als vor der Krise. Mittels Facebook konnten sich die Menschen innerhalb kürzester Zeit vernetzt organisieren. Der Mitbewerber, die Confiserie Heindl, meinte auch, dass das Marketing vor ca. 30 Jahren stehen geblieben ist und auf die veränderten Konsumentenwünsche nicht einging. Ein moderneres Sortiment inkl. Verpackung kann hier bei das seit 1890 bestehendem österreichische Traditionsunternehmen aus Wien, Wunder vollbringen. Ich hoffe der Unternehmensführung gelingt es das Marketing zu verbessern. Man kennt: Wer nicht mit der Zeit geht – geht mit der Zeit.

Weitere Pressemeldungen aus dem ganzen Land

 Schwedenbomben: Zuckersüßer Rettungsversuch – derStandard am 4.2.2013

Bombenzuspruch auf Facebook – Salzburger Nachrichten am 5.2.2013 – Zitat: Social-Media-Experte David Röthler rät, Internetaktivismus jedenfalls nicht zu unterschätzen, egal, wie aktiv er betrieben wird. “Der Internetaktivismus spiegelt immer vorhandene Stimmungen in der Gesellschaft wider.”

Schwedenbomben-Produktion geht weiter – derStandard am 6.2.2013

Lange Warteschlangen vor Niemetz-Geschäften – Presse.com

Niemetz: Betrieb trotz Sanierungsverfahren – ORF.at

Das Schwedenbomben-Drama – ein grund-österreichisches Problem – Werbeplanung.at