Interview: Grenz- und kulturüberschreitende Kontakte im Social Web
Hr.Keßler von Pressetext.com rief mich gestern an und bat mich meine Gedanken betreffend Vernetzung verschiedener Kulturen in den sozialen Netzwerken.
Migranten teilen sich im Netz nach Herkunft auf
In den USA tummeln sich immer öfter sowohl Afroamerikaner, Hispanics als auch US-Bürger asiatischer Herkunft bevorzugt auf jeweils unterschiedlichen Plattformen. Dieser Trend ist vor allem bei sozialen Netzwerken ersichtlich, wie die BBC berichtet. Bei Twitter beispielsweise sind Afroamerikaner und Hispanics mit einem Anteil von 30 Prozent an der Nutzerschaft deutlich überrepräsentiert. Nur rund 18 Prozent der US-Internetnutzer sind diesen beiden Gruppen zuzuordnen. Amerikaner mit asiatischen Wurzeln sind dagegen unter Tumblr-Usern überproportional vertreten.
Offline-Trennung im Netz
Kaukasische US-Amerikaner stellen bei Pinterest mit 90 Prozent den Großteil der Nutzer. Auch andere gesellschaftliche Gräben, wie der zwischen den Geschlechtern, führen zu Ballungszentren für die jeweiligen Parteien im Internet. Insgesamt sind die Nutzer von Pinterest zu 70 Prozent weiblich und zu 79 Prozent weiß. Es scheint im Netz eine Tendenz zu geben, sich mit den Menschen abzugeben, die einem bereits bekannt sind.
“Obwohl viele Experten früher glaubten, dass das Internet die Barrieren zwischen den gesellschaftlichen Gruppen niederreißen würde, zeigt sich, dass alle Brüche aus dem täglichen Leben, etwa was Herkunft und Sozioökonomie angeht, sich auch online auftun”, sagt Microsoft Analystin Danah Boyd.
Verbindendes Element
“Meiner Erfahrung nach sind die Menschen in den sozialen Netzwerken sehr offen. Die Möglichkeiten, grenz- und kulturüberschreitende Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, werden reichlich genutzt”, sagt Social-Media-Beraterin Natascha Ljubic http://wds7.at gegenüber pressetext. Dass sich Offline-Gräben im Netz fortsetzen können, bestreitet die Expertin nicht.
“In gewissen Kreisen ist das möglich. In den sozialen Netzwerken sind Herkunft und sozioökonomische Situation aber oft gar nicht auf den ersten Blick erkennbar. Dadurch können auch Verbindungen entstehen, die offline vielleicht nicht entstanden wären”, so Ljubic. Dass Menschen online in denselben Kreisen verkehren wie offline, ist für die Expertin nicht sicher. “Das hängt auch vom Thema ab. Zudem gibt es Begrenzungen wie die Geografie in der virtuellen Welt nicht”, erklärt Ljubic.
(Ende)
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Originalartikel bei Pressetext
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Natascha Ljubic
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