Die Zukunft heisst Social Business

Was passiert wenn die Social Media Prinzipien aus dem Web 2.0 im Inneren eines Unternehmens entlang der gesamten Wertschöpfungskette anwendet? Diese Frage geht Prof. Dr. Frank Schönefeld, der in der Geschäftleitung bei T-Systems Multimedia Solutions arbeitet, auf seinem CEBIT 2012 Vortrag, nach.

Nachdem ich seinen sehr interessanten Vortrage hörte, habe ich ihn via XING kontaktiert und ihn gebeten mir seine Vortragsfolien zuzusenden. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank!!!

„Es reiche nicht mehr Social Media im Umfeld Marketing oder im Bereich Kollaboration alleine zu sehen. Jeder Verantwortlicher für einen Geschäftsprozess im Unternehmen muss man sich mit dem Thema Social Media auseinander setzen. Man muss sich überlegen wie die es zur Verbesserung der Geschäftsprozesse beitragen kann“.

Es könnten folgende Gebiete betroffen sein:

  • Social Collaboration (Thema: Zusammenarbeit – intern und extern)
  • Social CRM (Kundenservice, Kundendialoge,…)
  • Social Procurement (sozialen Einkauf)
  • Social HR (Human Ressources)
  • Soziale Buchführung
  • Soziale Unternehmensführung (Change Agent, Social Media Philosophie)

„Wie sozial kann ein Geschäft (Business) im Spannungsfeld von Menschen wirklich sein?“

5 soziale Grundprinzipien

Vortrag von Dr. Frank Schönefeld zu Social Business

Die 5 sozialen Grundprinzipien

1 Stufe: Persönlichkeit und Interaktionen

Eine Person steht im Mittelpunkt (Persönlichkeit aus ihrem Unternehmen oder aus dem Kundenumfeld) und man muss andere zum Mittun (Partizipation) einladen.

Persönlichkeit

Die Merkmale sind authentische und glaubwürdige Kommunikation.

Einbeziehung

Man muss andere Personen zur Teilnahme und zu Interaktionen verleiten.

Stufe 0: Social Media Philosophie

Wenn Stufe 1 geklappt hat, dann entsteht auf einmal eine Philosophie des Teilens, der Offenheit, der Transparenz und Verbundenheit, welche als Stufe 0 bezeichnet wird.

Die Merkmale in dieser Stufe sind:

  • Teilen (Erfahrungen, Inhalte, Wissen)
  • Offenheit (für jeden, keine Zugriffsbarrieren)
  • Transparenz (Nachvollziehbarkeit)

Stufe 2: Realisierung

Wir setzen es nun um in Form von

  • Ratings oder Reviews
  • Communities oder Foren
  • Recommendations (Empfehlungen) und Preferences

Stufe 3: Aggregation (Online)

Die Aggregation von individuellen Preferenzen (Social Graph, Social Interest Graph) als wesentlichen Schritt zum Aufzeigen von Mustern von Nutzern.

Stufe 4: Aktion (Reale Welt)

Gemeinsames Ballen von Kräften für gemeinsame Aktionen und Transaktionen wie z.B.

  • Group Buying
  • Purchase Sharing
  • Social Shopping

Danach Umsetzung in der realen Welt, wie zb. ein Firmenlauf, Revolution, Flashmob,…

Social-Business-Vortrag

Vortrag von Dr. Frank Schönefeld zu Social Business

Entlang der Wertschöpfungskette

Ausgehend von diesen 5 sozialen Grundprinzipien von Social Media sollte man die Anwendung entlang der Wertschöpfungskette eines individuellen Businesses überlegen:

Die vereinfachte Wertschöpfungskette eines Business lautet: Source – Make – Deliver

  • Source – sie beschaffen etwas
  • Make – sie produzieren etwas
  • Deliver – sie verkaufen etwas

Nun wendet man entlang der eigenen Wertschöpfungskette die 5 sozialen Grundprinzipien von Social Media an und man erhält nach Umsetzung ein SOCIAL BUSINESS.

Das könnte dann vielleicht so aussehen:

SOURCE

Im Bereich Beschaffung oder Einkauf könnte man folgende Themen nutzen:

  • Open Innovation
  • Co-Creation
  • Crowd Sourcing
  • Social ERP

MAKE

Die größten Hebel findet man meistens im Bereich Social Collaboration, also die interne Zusammenarbeit abteilungsübergreifend, kann dem Unternehmen die meisten Vorteile (Zeit- und Kostenersparnis) bringen. Auch Produktionsprozesse kann man so optimieren.

DELIVER

  • Social Commerce (F-Commerce)
  • Social Customer Service (z.B. direkter Dialog: „Telekom hilft“ auf Twitter)
  • Social CRM (Customer Relationship Management)

Ein Vorteil nach Umsetzung bei T-Systems Multimedia Solutions waren bei 1.400 Mitarbeiter, z.B. die 45% Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit nach 1.Jahr.

Ausblick Social-Business

Vortrag von Dr. Frank Schönefeld zu Social Business

Ausblick von Prof. Dr. Frank Schönefeld

Es ist nicht nur Technologie es ist vor allem Veränderung! Der Change ist wichtig und es sollte  Teil der Unternehmensstrategie sein, denn ist ist auch ein wichtiger Unterscheidungsfaktor gegenüber dem Mitbewerb. Im B2C Bereich kommt man um Facebook nicht mehr herum. Im B2B ist es weniger zwingend. Hier sollte man großen Augenmerk auf die Social Collaboration legen, ohne dieser wird man in den kommen 3 Jahren es sehr schwer haben zu bestehen. Ist man als B2B Unternehmen als Meinungsführer zu einem Thema am Markt positioniert, wird es bald nicht mehr gelingen, diese Meinung nach aussen zu tragen, ohne, dass man die Social Media Instrumente  nutzt.

Kontakt

Prof. Dr. Frank Schönefeld – Geschäftleitung bei T-Systems Multimedia Solutions

Frank Schönefeld – Website/Blog

Vortragsfolien von Social Business

Social Business Vortrag auf Cebit 2012

Vortrag von Dr. Frank Schönefeld zu Social Business auf der CEBIT 2012: Future of Social Business – aufs Scribd lesen

CEBIT 2012 Video zum Vortrag

Quelle: CEBIT 2012 Live Stream