Der Social Media Leitfaden für Unternehmen

Viele Unternehmen sind sich einig, dass es langfristig gesehen, kaum ein Weg an Social Media vorbeiführt. Doch die Nutzung und Betreuung erfordert Mitarbeiter, Wissen und Zeit. Manche Unternehmen sperren bewusst die Nutzung sozialer Medien, weil sie meinen es bringt nichts. Andere wiederum glauben, dass soziale Netzwerke die Motivation und Produktivität ihrer Mitarbeiter fördert. Doch wie beginnt man mit den Überlegungen?

Social Web

Hier ein paar Tipps

  • Standortbestimmung und Bereiche bestimmen: In einem ersten Schritt sollten die einzelnen Anwendungs- und Geschäftsbereiche im Unternehmen festgelegt werden.
  • Ziele und Erfolgsfaktoren definieren: Erst wenn man definiert, was mit Social Media erreicht werden soll, sind Mitarbeiter motiviert und nutzen die Anwendungen gezielt zum Vorteil des Unternehmens.
  • Projektverantwortliche benennen: Die Koordination der Social Media Einführung sollte möglichst durch einen technischen und einen strategischen Projektverantwortlichen geführt werden.
  • Geeignete Kanäle identifizieren: Jedes Social Media Kommunikationswerkzeug spricht unterschiedliche Zielgruppen an und bietet unterschiedliche Vorteile. Welche das sind, sollte man im Vorfeld recherchieren.

Von wo startet man?

Bevor man sich Gedanken macht sollte man auch den momentanen Istzustand des Unternehmens überprüfen. Werkzeuge dazu sind bspw. die SWOT Analyse (siehe Wikipedia). Um die strategische Ausrichtung festlegen zu können ist es sinnvoll die Social Media Strategie mit der bestehenden Unternehmens- und Kommunikationsstrategie abzustimmen und das übergreifend für unterschiedliche Unternehmensfunktionen (Marketing, Human Ressources, Vertrieb, …).

Unterstützung durch das Top Management

Die Unterstützung durch das Top Management ist dabei sehr wichtig. Manchmal hilft es auch, wenn im Management einzelne Bereichsmanager mit Engagement beginnen und andere Bereiche später miteinbezogen werden. Dabei sollte es im Einklang mit bestehenden Bereichszielen eine Abstimmung geben, welche sich in der Messung mittels Leistungszahlen widerspiegelt.

Mögliche Ziele

Marketingziele

Ziel des Social Media Marketing ist die Realisierung von Marketingzielen wie z.B.

  • die Steigerung der Bekanntheit
  • die Verbesserung des Unternehmens- oder Marken-Images,
  • die Verbesserung der Suchmaschinenergebnisse,
  • die Steigerung der Besucherzahlen auf der Website,
  • die Zusammenarbeit mit Kunden zur Verbesserung und Erneuerung des Leistungsportfolios,
  • die Akquise neuer und das Binden bestehender Kunden,
  • die Umsatzsteigerung

PR-Ziele

Dabei hat PR im Web 2.0 zunächst einmal die gleichen Aufgaben wie die traditionelle Öffentlichkeitsarbeit:

  • der Beziehungsaufbau und die -pfege mit Meinungsführern,
  • die Bereitstellung von Inhalten mit Neuigkeits- und Mehrwert,
  • die Verbreitung der Botschaften und die Beobachtung der Medienlandschaft.

Darüber hinaus gibt es aber eine sehr große Chance, von Unternehmensseite aus viel direkter PR-Arbeit zu machen.  Während in der klassischen PR die meisten Botschaften nur gefltert und bewertet über Medien und Journalisten veröffentlicht werden, können Unternehmen über Blogs, Twitter und Soziale Netzwerke Nachrichten direkt verbreiten. Damit werden Unternehmenskommunikatoren zu Verlegern. Das erfordert aber ein Umdenken in der Unternehmenskommunikation. Inhalte müssen anders aufbereitet und viel gezielter eingesetzt werden. Und die PR-Abteilung muss in der Lage (Ressourcen!) und gewillt sein, in den Dialog zu treten.

socialmedia ziele

Interne Kommunikations-Ziele

Ein Unternehmen im Social Web muss die richtige Unternehmenskultur, die diesen Ansatz unterstützt, mitbringen. Das bedeutet, es muss zunächst einmal die Bereitschaft da sein, Offenheit, Transparenz und Dialogorientierung nach Innen zu leben. Ohne eine dauerhafte Verankerung dieser Werte ist ein externes Engagement im Social Web dauerhaft nicht glaubwürdig und nicht den anderen Zielen zuträglich.

Die Chancen, über den Einsatz von Social Media in der internen Kommunikation die Geschäfts- und Kundenprozesse zu unterstützen, sind groß. Sei es durch Crowd Sourcing, der gemeinsamen Entwicklung von neuen Produkten/Services (Innovationspotential) mit Partnern, Kunden und Mitarbeitern oder durch einen offenen Dialog über alle Hierachiebenen und Abteilungen hinweg zur Erhöhung der Produktivität innerhalb des Unternehmens.

Sales

Der direkte Vertrieb oder vertriebsunterstützende Maßnahmen können ein weiteres Ziel von Social Media Initiativen sein. Produktinformationen, die auf die Bereitstellung in Social Media optimiert werden (z.B. kurze Videos auf Youtube), Sonderkonditionen für Community-Mitglieder, spezielle Werbekampagnen und vieles mehr sind hier denkbar.

Service

Guter Kundenservice ist ein heutzutage ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Konsumenten informieren sich im Internet häufg nicht nur über das Produkt oder die Dienstleistung, sondern auch über den Kundenservice. Für manche Unternehmen bietet es sich deshalb an, einen speziellen Service-Kanal, z.B. in Twitter oder Facebook, zu eröffnen. Die Kommunikation sollte zudem authentisch und persönlich sein – ein etwas anderer Stil als der oft standardisierte, unpersönliche Ansatz mancher Service Center. Dabei muss in den Kanälen handfest und wirksam Hilfe und Service geleistet werden.

Business Intelligence

Das Monitoring von Meinungen und Inhalten und die Business Intelligenz (Erkenntnisse aus den vorgefundenen Informationen) wachsen mehr und mehr zusammen. Die Kommentare, Bewertungen und Vorschläge zu Verbesserung von Prozessen ist eine Herausforderung in Unternehmen, wo noch viel Potential begraben liegt.

Innovationen

Das Social Web macht die Konsumenten zu Mitproduzenten bei der Produktentwicklung. Davon können beide profitieren, denn engagierte Kunden kaufen gerne ihre Ideen und Hersteller können so schneller innovative Produkte und Service finden. Nicht umsonst boomen momentan zahlreiche kollaborativen kreative Ideenfindungsplattformen, wie www.jovoto.com wo man im Kollektiv an neuen Lösungen bastelt.

social-media marketing

Human Ressources

Job-Bewerber suchen nach Unternehmen im Netz. Sei es, weil sie auf eine Stellenanzeige aufmerksam geworden sind oder weil sie sich generell ein Bild von ihren aktuellen Möglichkeiten machen möchten. Employer-Branding und Recruiting in Social Media fokussieren daher auf die Selbstdarstellung und -vermarktung als guter Arbeitgeber und die Bindung zum Nachwuchs sowie zu potenziellen Arbeitnehmern. Größere Unternehmen positionieren sich hier vermehrt mit eigenen Social Media Kanälen und -Präsenzen wie zum Beispiel Blogs, Twitter und Facebook sowie der Einbindung von Videos und Podcasts (z.B. Daimler Career). Aber auch das Business-Netzwerk Xing bietet kleineren und mittleren Unternehmen sowie Freiberufern gute Recruiting- und Selbstdarstellungsmöglichkeiten. Die zentralen Fragen, die sich ein Unternehmen in diesem Zusammenhang stellen sollte, lauten:

  • Wie stellen wir uns attraktiv für neue Talente dar?
  • Wie fnden wir die Experten, die wir für unser Geschäft brauchen?
  • Wie steigern wir unser Image als Arbeitgeber?
  • Wie halten wir bestehende Mitarbeiter und wie binden wir Alumni an uns?

Dabei können Social Media den Erstkontakt herstellen, ein positives modernes Image vermitteln und dem (potenziellen) Bewerber einen Eindruck verschaffen, was ihn erwartet. Diese und viele weitere Überlegungen finden sie im anschliessenden Leitfaden, de ich jedem Unternehmen ans Herz legen möchte.